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Gepostet on Dez 18, 2014

This War of Mine – Vielleicht mein Spiel des Jahres und mein erstes Let’s Play

This War of Mine – Vielleicht mein Spiel des Jahres und mein erstes Let’s Play

Wenn ein Spiel mich in diesem Jahr sowohl begeistern, als auch überraschen konnte, dann This War of Mine. Die Überlebenssimulation aus dem Hause 11 bit Studios überzeugt mich sowohl mit einem selten erlebten emotionalen Tiefgang sowie mit einer Spielidee, welche ich schon beinahe als pädagogisch wertvoll bezeichnen würde.
Grundsätzlich handelt This War of Mine von eine Gruppe Zivilisten, die sich zu Beginn des Spiels in einen halb zerstörtes Haus flüchtet und von diesem Unterschlüpf aus, fortan versucht den Bürgerkrieg zu überleben. Man baut seinen Behausung aus, sucht in den Ruinen der vom Krieg zerstörten Stadt nach Baumaterialien, Nahrungsmitteln, Medizin und allerlei nützlichen Gebrauchsgegenständen, versucht sich gegen Banditen, Plünderer, Rebellen und das Militär zu behaupten und versucht die Schrecken des Krieges so gut es eben geht zu überleben.
In der Stadt herrscht Anarchie und überall tobt der Krieg. Als Spieler merkt man schnell, das man sich vor dem Krieg nicht verstecken kann. Die ständige Knappheit an lebenswichtigen Dingen zwingt einen in der Nacht auf die Strassen. Jeweils ein Mitglied der Gruppe kann man in die Dunkelheit zum Plündern schicken. Die anderen halten Wache oder ruhen sich aus.
Die Entscheidungen die man trifft, haben Konsequenzen und genau darum ist This War of Mine so ein großartiges Spiel. Es wirft zwangsläufig moralische Fragen auf. Wir sind eben keine kaltblütigen Killer, wie wir es aus anderen Videospielen kennen. Keine Tat bleibt folgenlos und der Krieg den wir erleben spielt sich schrecklich real. Hunger, Kälte, Krankheiten und viele unvorhergesehene Ereignisse, zwingen unsere Gruppe schwere Entscheidungen zu fällen, die man nicht immer eindeutig als richtig oder falsch bezeichnen kann. Zum Beispiel treffen wir in einer Ruine einen hungrigen Obdachlosen. Helfen wir ihm in dem wir ihm Nahrung geben, oder behalten wir die Nahrung lieber für unsere Gruppe? Genau hier zeigt das Spiel seine wahre Stärke. Es gibt uns nicht vor, was richtig oder falsch ist. Helfen wir dem Mann, bedankt er sich bei uns mit ein paar handelbaren Gegenständen und den meisten Mitgliedern unsere kleinen Gruppe werden diese Tat gut heißen, sowie einen kleinen Moral Schub erhalten. Andere Gruppenmitglieder werden vielleicht der Meinung sein, wir hätten die Nahrung lieber für uns behalten sollen. Spätestens jedoch, wenn der erste Überlebende kurz vor dem Verhungern ist, werden wir uns selbst die Frage stellen, ob die Entscheidung richtig gewesen ist.

This War of Mine ist eine packende Überlebenssimulation mit großen Emotionen.

This War of Mine ist eine packende Überlebenssimulation mit großen Emotionen.

Das Ganze spielt sich sehr packend und unglaublich authentisch. Hier gibt es kein Heldenpathos wie in vielen anderen Kriegsspielen. In This war of Mine wird als Zivilist knallhart uns überleben gerungen. Gekämpft wird dabei nicht mit der Waffe in der Hand gegen Pixelsoldaten, sondern mit dem Willen zu Überleben und viel Verstand ums nackte Überleben der Gruppe.

Macht so etwas denn überhaupt Spaß und kann unterhalten? Auf jeden Fall und genau deshalb finde ich, ist This War of Mine ein spielerisch so hochwertiges Game. Während wir unsere Zivilisten durch den Krieg steuern, setzen wir uns mit der Situation auseinander. Das ganze Szenario ist nah an den Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien angelegt und viele Erlebnisse sind zwar grausam, geben jedoch oftmals auch Hoffnung und lassen uns weitermachen. Dabei schafft es das Spiel eben auch irgendwie Werte zu vermitteln. Die Gruppe schließt Freundschaften, hilft einander, baut aufeinander. Jeder zählt etwas und auch das schwächste Gruppenmitglied hat seine Aufgabe. Jeder Tag den wir überleben, bringt uns dem Ende des Krieges ein Stückchen näher und spätestens wenn der Tag des Friedens erreicht ist, atmen wir erleichtert auf und hatten ein sehr intensives Spielerlebnis, welches unbedingt zum Wiederspielen einlädt.

Mein Tipp: UNBEDINGT EMPFEHLENSWERT!!!

Mir hat das This War of Mine so viel Spaß gemacht, das ich es gleich mehrfach hintereinander durchgespielt habe. Ich habe wirklich viel ausprobiert und war neugierig darauf, wie die Charaktere auf unterschiedliche Entscheidungen reagieren. Glaubt mir, bisher war kein Spiel leicht und kein Versuch glich dem vorherigen. Durch eine leicht veränderte Auswahl der Startcharaktere ändert sich die Gruppendynamik und somit das Spielgeschehen stark. Auch ist das Spielerlebnis abhängig vom Zeitpunkt des Beginns. Startet man beispielsweise im Sommer, kann man sich dank der milden Temperaturen erst einmal auf ganz andere Dinge konzentrieren, als wenn man mitten im eisigsten Winter beginnt. Dann nämlich liegt jede Priorität bei der Brennholzbeschaffung, damit die Gruppe nicht jämmerlich erfriert.
Einmal habe ich sogar eine ganz besondere Herausforderung angenommen. Zugegeben, nachdem man das Spiel ein paar mal durchgespielt hat, es besser kennt und weiß wie der Hase läuft, wird es einfacher und etwas leichter. Aus diesem Grund wurde ich zur sogenannten Veggie Challenge herausgefordert. Dies bedeutete, das Ende des Krieges zu erleben und dabei kein Fleisch zu essen.
Wirklich eine schwierige Herausforderung, der ich mich gerne gestellt habe und ganz nebenbei mein erstes Let’s Play aufgenommen habe:

Playlist

Teil #1 ► Einzug in den Unterschlupf
Teil #2 ► Hungerwinter
Teil #3 ► Harte Zeiten
Teil #4 ► Mädchen WG
Teil #5 ► Der böse Mann
Teil #6 ► Blutrache
Teil #7 ► Der Amoklauf
Teil #8 ► Der Beste Mitbewohner der Welt
Teil #9 ► Glückliche Wendung

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