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Gepostet on Okt 30, 2014

The Evil Within

The Evil Within

Basti der alte Angsthase spielt Horrorspiele? Ja, und das sogar sehr gerne.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich damals so um 1996 die Verpackung zu Resident Evil in den Händen hielt. Das Spiel ab 18. und ich erst 16. Meine Eltern waren gerade in einer anderen Abteilung beschäftigt und die Verkäuferin der Bremer Karstadt Filiale in der ich seinerzeit mein erstes „Erwachsenenspiel“ erwarb nahm es mit der Alterskontrolle zu meinem Glück nicht so genau. In den darauf folgenden Wochen strich ich als Teil des Bravo-Team der S.T.A.R.S durch ein Herrenhaus in der Nähe von Raccoon City. Nie werde ich den legendären Moment vergessen, als mir damals vor Schreck mein Playstation Controller aus der vor Spannung schwitzigen Hand fiel und ein fürchterlich zugerichteter Zombiehund mit einem Sprung durch ein Fenster mir den Schreck meines noch jungen Spielerlebens einjagte.
Damals lernte ich Horror Survival Spiele kennen und lieben. Die meisten Resident Evil Teile habe ich inzwischen gespielt, den ein oder anderen Abstecher in die Kleinstadt Silent Hill gemacht und mich auch sonst gerne und viel von derartigen Games begeistern lassen. Als ich auf der Gamescome 2014 am Stand von Bethesda Softworks vorbeikam und den The Evil Within Trailer auf einer riesigen Leinwand flimmern sah, war meine Neugier auf das Spiel natürlich sofort geweckt. Stimmungsvoll in einem abgedunkelten Raum wurde da ein kurzes Stückchen von einem späteren Level zum Anspielen und Ausprobieren angeboten und ich muss zugeben, es spielte sich ganz anständig. Man ging durch die Tür eines riesigen Anwesens, Eingangshalle, Treppe links und recht. Mit dem Revolver im anschlag entscheiden wir und für den linken Weg. Stimmungsvolle Musik, Geräusche, ein Blick um die Ecke und was sehen wir? Zwei zombieänliche Wesen beugen sich über eine Leiche und nagen an den Knochen? YOLO!!! Revolver raus und feuer frei, aber selbst nach einem gezielten Kopfschuss geht der erste Untote nicht zu Boden. Stattdessen fehlt ein gutes Stück von seinem Kopf und ich feuere erneut und erneut, bis der Restkopf schließlich zerplatzt und der leblose Körper zu Boden geht.
Vor dem zweiten, erschreckend nahen Untoten laufe ich lieber erst einmal davon, denn der Revolver hat keine Munition mehr und der Schreck von dem Kampf hatte meinen Puls tatsächlich ganz schön in die Höhe getrieben. So muss das ja auch…
Ein Mitarbeiter erklärt mir ein paar weitere Finessen des Spielabschnitts. Nämlich, das man die Untoten mit einem Streicholz verbrennen muss, damit sie tatsächlich tot bleiben. Das ist neu und bei genauerem Hinsehen, merke ich, das die Untoten gar nicht wie Zombies aussehen. Vielmehr wie… ja, wie eigentlich? Stacheldrat im Kopf, irgendwie gepeinigt, aber so richtig dämonisch auch nicht. Egal. Diesem und vielen weiteren Geheimnissen wollte ich beim Spielen von The Evil Within in der Rolle von Sebastian Castellanos auf die Spur kommen, denn als ich hörte das der japanische Spieldesigner Shinji Mikami, welcher schon an Resident Evil und Resident Evil 4 mitgewirkt hatte, an der Entwicklung von The Evil Within beteiligt sein soll, stand für mich zweifelsfrei fest, das ich dieses Spiel spielen musste.

The Evil Within kommt stimmungsvoll daher.

The Evil Within kommt stimmungsvoll daher. Die schwarzen Kinoränder störten mich nicht. Ich sehe so etwas als Teil der Kunst!

Pünktlich zum Releasetag am 14. Oktober verdunkelte ich also so gut es ging mein Zimmer. Ein Horrospiel, spielt man selbstredend in einem dunklen Raum. Feeling und so.
Wenig später werden ich also in der Rolle von Detektiv Sebastian Castellanos zu einem Einsatz in eine Klinik gerufen. Vor dem Tor stehen eine Menge Autos, Polizeiautos, Krankenwagen usw. Drinnen? Leichen! Die Eingangshalle voller Blut und toten Patienten. Über einen Überwachungsmonitor und beobachten wir, wie Polizisten in einem anderen Teil der Klink, von einem geisterhaften Mann, welcher sein Gesicht mit einer Kapuze verhüllt, getötet werden. Noch im selben Moment steht der Kaputzentyp plötzlich hinter uns. Es wird nebelig um uns herum und als wir wieder aufwachen, hängen wir kopfüber von der Decke eines Raumes, der sich als eine Art Schlachthaus herausstellt. Ein großer und fetter Typ wetzt schon sein Beil und macht es sich für die nächten Spielminuten zur Aufgabe, uns nach unserer Befreiung durch seltsame, blutverschmierte und total runtergekommene Räume und Gänge zu jagen. Keine Zeit um darüber nachzudenken.

"What the Hell is going on here?" Diesen Gedanken werden wir das ganze Spiel über nicht los.

„What the Hell is going on here?“ Diesen Gedanken werden wir das ganze Spiel über nicht los.

Einzig dieser „What the Hell is going on?“ Gedanke lässt uns fortan nicht mehr los. Nach und nach klärt sich natürlich die Story zwar auf, aber so richtig, richtig schlau wird man nicht. Als Spieler jagt man durch eine wirklich verworrene Geschichte. Realitäten verschwinden und vermischen sich. der Protagonist zweifelt an seinem Verstand und man selbst fragt sich oft genug: Hab ich das jetzt richtig mitbekommen?
Das Ganze ist natürlich gewollt und birgt genügend Potential für weitere Fortsetzungen. Ich möchte natürlich an dieser Stelle nicht zu viel von der Geschichte verraten. Nur soviel: Sie macht Spaß und kann tatsächlich mit jedem Horrorfilm mithalten.

Die Plakate an den Wänden sollte man sich genauer ansehen. Trotz allem Horror, das ein oder andere Easter Egg lässt sich in The Evil Within entdecken.

Die Plakate an den Wänden sollte man sich genauer ansehen. Trotz allem Horror, das ein oder andere Easter Egg lässt sich in The Evil Within entdecken.

Eigentlich hat The Evil Within tatsächlich alles was ein gutes Horrorspiel braucht. Gute Grafik, reichlich Blut, ekelige Szenen, spannende Momente, bei dem man gar nicht hinschauen mag, weil man erahnt was gleich passieren wird, den ein oder anderen Schock Effekt und eine herrlich verstörende Geschichte.
Technisch steuert sich das Ganze einwandfrei, das anderenorts viel kritisier 30 FPS Limit störte mich persönlich einen Scheiß. Da ruckelt nichts da fehlt nichts, da braucht es gar nicht mehr und selbst die schwarzen Kinoränder oben und unten am Bildschirm störten mich nicht im geringsten. So etwas muss man einfach mal als Teil der Kunst sehen. Ende der Diskussion.

Mein einziger Kritikpunkt…? Insgeheim habe ich gehofft, den Moment von 1996 noch einmal zu erleben. Den Moment in dem mir vor Schreck der Controller aus der Hand gefallen ist und mein Herz raste. Leider Fehlanzeige. Überhaupt waren die echten Erschrecker eher rar gesät. Aber kann man das eigentlich dem Spiel zu Lasten legen? Man vergleicht eh viel zu viel und wäre The Evil Within mein allererstes Horrorgame überhaupt und ich erst 16 Jahre jung, wer weiß, vielleicht hätte mich das Spiel viel mehr geschockt. Inzwischen zähle ich mich jedoch beinahe zu den Horrorgame Veteranen und dementsprechend liegt meine persönliche Messlatte recht hoch. Gut unterhalten hat mich The Evil Within allemal und ich muss sagen, das es wirklich sein Geld wert ist.
Wer also Games wie Resident Evil, The Last of us oder Silent Hill mag, dem wünsche ich mit the Evil Within ganz viel Spaß.
Nach dem ich das letzte Kapitel überlebt hatte, zählte der Counter 124 Tode und knapp 24 reine Spielstunden. Mal sehen wie sich mein zweiter Anlauf spielt. Ich bin dann noch mal ’ne Runde mit Sebastian Castellanos unterwegs…

The Evil Within

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