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Gepostet on Dez 16, 2014

Im Interview mit buffed.de

Im Interview mit buffed.de

Im November gab es bei buffed.de ein Interview zu lesen, welches Quirin Anetseder mit mir geführt hat. Wir plaudern ein wenig über Hearthstone, Brettspiele, das Streamen auf twitch.tv und was mir daran so gefällt.
Vielleicht ja auch für euch ganz interessant. Mir jedenfalls hat großen Spaß gemacht, aber lest selbst:

Norddeutscher Junge, ein Gamer, Streamer, Musiker und großer Freund von Zombiefilmen spricht mit uns über Twitch, Hearthstone und Brettspiele. Ja richtig, Brettspiele, das sind diese flachen Dinger mit Spielfiguren, die einige von euch vielleicht sogar noch kennen. In einem Interview mit dem Streamer Norddeutscher Junge haben wir uns über Twitch, Hearthstone und Brettspiele unterhalten. Dabei plaudert Basti ebenso wie in seinen Streams gern auch mal aus dem Nähkästchen. Was macht einen guten Stream aus und wie kam er als eingefleischter Gamer eigentlich selbst zu Hearthstone? Das sind nur einige unserer Themen. Was Murlocs, Raketenforscher und Zombies damit zu tun haben, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Quirin Anetseder: Moin Basti, erzähl uns einmal ein bisschen was über dich. Wer bist du und wie bist du überhaupt zum streamen gekommen?

Basti: Das ist eine nicht ganz so leicht zu beantwortende Frage. Zunächst zu mir, ich bin der Basti, 34 Jahre alt, und zocke eigentlich schon voll lange. Mit 12, 13 Jahren hat das bei mir angefangen. Und seit ungefähr eineinhalb Jahren streame ich. Dazu gekommen bin ich eigentlich ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde. Ein Kumpel von mir hat selbst gestreamt und mir von Twitch erzählt. Einer Seite, auf der man einfach kostenlos einen Stream online stellen kann. An und für sich wollte ich eigentlich nur mein Gameplay aufzeichnen, um unsere beiden Perspektiven beim Spielen zu sehen. Das war so die ursprüngliche Intention.

Dass es dann so schnell mehr Leuten gefallen hat, was ich da mache, das hätte ich ehrlich gesagt gar nicht gedacht. Wie wahrscheinlich alle Twitch-Streamer habe ich mit einem einzigen Viewer angefangen – der war ich selber. Da hab ich dann erstmal meinen Stream eingestellt und versucht die Qualität auf ein einigermaßen überschaubares Level zu bekommen, denn am Anfang war das noch ein richtiger Pixelbrei bei mir. Dabei hat mir dann mein Kumpel geholfen.

Quirin Anetseder: Wenn wir jetzt auf deinen Stream gehen, was erwartet uns da eigentlich?

Basti: Ich hoffe eine Menge Spaß (lacht). Es ist unterschiedlich und bei mir immer ein bisschen Tagesform- und spielabhängig. Im Moment spiele ich ja viel Hearthstone. Da versuch ich schon eine gesunde Mischung aus Interaktion und Konzentration aufs Spiel hinzubekommen und versuche meine Spielzüge zu erklären. Damit neue Leute, die Hearthstone noch nicht so gut kennen und zufällig in meinen Stream reinschauen, halt gemeinsam mit mir mitlernen können.

Ich bin ja noch nicht solange bei Hearthstone dabei, lerne täglich auch noch neue Sachen dazu und lass mir viel von den Zuschauern im Chat erklären. Ich bin eben auch nur ein ganz normaler Typ und ganz normaler Zocker. Unter den Zuschauern sind viele Leute, die das Spiel oft ganz gut beherrschen und die mir dann gerne Tipps geben. Das versuche dann natürlich auch an andere Leute weiterzugeben. Es immer ein bisschen vom Spiel abhängig. Es gibt ein paar Spiele, in denen ich mich schon gut auskenne. Umso mehr kann man dann auch zurückgeben, sag ich mal.

Und ansonsten wird im Stream viel gequatscht über Gott und die Welt, über das, was mich gerade bewegt, was den Chat gerade bewegt, viele Fragen beantwortet, viel gelacht, viel Schabernack getrieben und auch oft getrollt (grinst).

„Ich bin einfach ein ganz normaler Typ und Zocker“

Quirin Anetseder: Im Moment streamst du ja ziemlich viel Hearthstone. Nach was wählst du generell die Spiele aus oder fragst du da die Zuschauer, was sie sehen wollen?

Basti: Das Hauptkriterium ist, dass mir das Spiel Spaß macht. Ich glaube, ansonsten könnte ich keinen vernünftigen Stream machen und den Spaß auch nicht so übertragen. Auf Dauer könnte ich kein Spiel spielen, das mir selber keinen Bock bringt. Ich achte natürlich auch darauf, dass es streambar ist – ein Spiel, auf das ich mich sehr stark konzentrieren muss, wie etwa League of Legends in meinem Fall, wäre für den Zuschauer nicht wirklich unterhaltsam. Denn da muss ich tatsächlich total auf das Gameplay achten und auf jeden einzelnen Klick. Das läuft bei mir nicht so automatisch nebenbei mit. Das ist schon ein wichtiges Kriterium. Aber grundsätzlich wird eigentlich alles durch die Bank gespielt, worauf ich Lust hab. Auch gerne mal was neues. Da bin ich durch und durch Zocker.

Quirin Anetseder: Was hast du denn bisher so gestreamt neben Hearthstone? Was für Genres spielst du denn gerne?

Basti: Also angefangen zu streamen hab ich mit Infestation: Survivor Stories, also das alte War Z, einem Zombie-Survival-Game. Das war so mein erstes Spiel, in dem ich über ein Jahr mit verbracht habe. Zunächst war ich dann primär im Survival-Genre zuhause und hab mich da erst einmal bewegt. Arma III Altis Life hat mir auch großen Spaß gemacht, das hab ich auch mehrere Monate gespielt. Ich schaue gern auch mal hin und wieder in irgendwelchen Alphas und Betas wie The Forest rein, um zu sehen wie sich das so entwickelt. Alles was mir so als Spieler gefallen hat, habe ich auch gestreamt, von Nether, einem apokalyptisches Survivor-Game. über The Elder Scrolls Online und Watch Dogs hin zu GTA V. Dark Souls ist immer noch so mein Endgegner, an dem ich mich ab und zu mal versuche.

Community-Spiele, die man online mit mehreren Leuten zusammen spielen kann, machen mir auch großen Spaß, aber ich spiele gerne auch mal einen ganz simplen Plattformer oder ein Jump ’n Run Spiel. Mich törnen auch ganz viele Nischenspiele an, die eher weniger bekannt sind. Eigentlich spiele ich alles, was mir Spaß macht. Im Moment hab ich schon länger wieder Bock auf so ein richtiges Ballerspiel. Einfach mal wieder so richtig schön Zombies schnetzeln (lacht).

„Ich hätte nie im Leben gedacht, dass Hearthstone soviel Fun bringt – dieses doofe Kartenspiel“

Quirin Anetseder: Wie bist du dann auf Hearthstone gekommen?

Basti: Das war ungefähr Ende Juli, als ich damit angefangen habe. Und zwar hab ich Abends im Teamspeak mit dem befreundeten Streamer Coopy von unserem Stream-Dream-Team gesessen, wir haben dann irgendwann über Hearthstone gesprochen und Coopy meinte: ‚Wär das nicht was für dich, du bist doch eigentlich auch schon so ein Stratege, das würd dir doch bestimmt Spaß machen.‘ Ehrlich gesagt war ich am Anfang voll abgeneigt: ‚Hearthstone und Kartenspiel, neee nicht wirklich, ich bitte dich. Da muss schon irgendwo mal ein Kopf rollen.‘

Allerdings fand ich diese Skepsis dann selber relativ doof. Schließlich hab ich auch immer gesagt, ich werde nie in meinem Leben League of Legends spielen. Und das hat mir dann doch auch für ein, zwei Wochen tierischen Spaß gemacht. Also bin ich einfach mal über meinen Schatten gesprungen und habs ausprobiert. Der Zugang war für ein Free2Play-Spiel typisch auch wahnsinnig einfach. Einfach einloggen, Account erstellen, Losspielen. In derselben Nacht hab ich dann noch die ganzen Wirtshaus-Games freigeschaltet, bis 4 Uhr morgens gespielt und es hat mir total Spaß gemacht. Das hätt ich im Leben nie gedacht, dass das soviel Fun bringt – dieses doofe Kartenspiel (grinst).

Die nächsten Tag hab ich dann Hearthstone gestreamt und am Anfang erst einmal die ganzen doofen Anfängerfehler gemacht, die jeder andere auch macht. Und das hat den Chat sehr belustigt (lacht). Meine ganzen Fails und meine Probier-Aktionen und sowas. Allerdings hab ich aber auch total viel Tipps von den Zuschauern bekommen. Wie man schnell levelt und was man am Anfang für Quests machen muss, um schnell ranzukommen. Das hat mir echt gut gefallen. Zwei, drei Leute haben mich etwas an die Hand genommen und so richtig gecoached, damit ich halt schnell lerne. Und so bin ich dabeigeblieben. Es macht halt Spaß, jeden Tag etwas neues auszuprobieren, an den Decks zu feilen und zu merken wie man selber immer besser wird im Spiel. Wie man mehr und mehr Überlegungen anstellt. Das ist schon was, was mir sehr gut gefallen hat.

„Probiert mit ein paar Freunden eigene Decks aus und habt Spaß dabei.“

Quirin Anetseder: Hast du Tipps für Hearthstone-Spieler, die grad neu anfangen? Auf was sollte man achten?

Basti: Also ich glaube grundsätzlich ist es wichtig, das ganze nicht so verbissen zu sehen. Viele Leute, die bei Streamern zuschauen, lassen sich oft ein wenig anstecken. Von wegen, die haben ja viele Karten und viele goldene Karten und wollen das dann auch ganz schnell. Bei mir im Chat ist etwa oft der Name Trump und Amaz gefallen. Aber mir war es wichtiger Spaß an dem Spiel zu haben. Und das kann ich jeden Neuling in Hearthstone einfach nur weitergeben: sich selber auszuprobieren und gar nicht so zu schielen, was machen die anderen, sondern erst mal ganz normal offline in den Wirtshausspielen gegen den Gastwirt spielen. Etwas zu üben und ein bisschen an die Karten ranzukommen, verschiedene Decks ausprobieren und gar nicht so sehr darauf zu achten, welches Deck ist jetzt mega erfolgreich.
Ich hab am Anfang zum Beispiel nur Priesterdecks gespielt, weil mir der Priester am meisten Spaß gemacht hat von allen Klassen, die ich ausprobiert hatte. Eigene Einheiten auf dem Brett zu lassen und sie zu stärken und sie dicker zu machen. Die Spielweise hat mir sehr zugesagt, ich hab Spaß dran gefunden und nicht versucht die klassischen Decks zu kopieren. Das kann ich nur jedem empfehlen. Nicht nur versuchen möglichst schnell zu leveln und Legendary zu werden, sondern einfach auch mit Freunden zu spielen, sie herauszufordern und gegen sie eine lustige Partie zu spielen.
Ich hab zum Beispiel mit einer Freundin von mir – sie ist ein riesiger Murloc-Fan – ein ganz normales Murloc-Deck gebaut, das überhaupt nicht funktioniert hat, mit den wenigen Karten, die wir damals hatten. Wir haben einfach immer die ganzen Murlocs in die Schlacht geschickt und hatten einen heiden Spaß dabei. Wir haben uns kaputtgelacht darüber, wenn die Murlocs einfach nur aufs Spielbrett kamen und den Murloc-Sound von sich gegeben haben. Es ist halt ein Spiel und man sollte das gar nicht so sehr unter dem Aspekt eSports sehen und einfach Freude dabei haben.

„Hearthstone ist ein sehr kommunikatives Spiel – wenn man ein Händchen dafür hat“

Quirin Anetseder: Was ist für dich der Unterschied beim Streamen von Hearthstone im Vergleich zu anderen Spielen wie Shootern oder Strategie-Titeln?

Basti: Als Streamer selber finde ich, ist Hearthstone ein sehr streamer-freundliches Spiel, weil es nicht ganz so schnell ist. Es hat zwar schon eine gewisse Dynamik, da der eigene Zug auch abläuft, aber man hat immer etwas Zeit zum überlegen. Man hat Zeit sich mit dem Chat kurzzuschließen, ‚was würdet ihr machen‘, ‚könnt ihr mir nen Tipp geben‘, ‚was mach ich aus meinen Karten‘. Wenn man da ein gewisses Händchen für hat, ist es ein sehr kommunikatives Spiel.

Bei Hearthstone spielt immer eins gegen eins. Obwohl man auch mit der Community in Viewer-Games gegeneinander spielen kann, zockt man im Vergleich zu anderen Spielen wie Arma III Altis Life oder Battlefield nicht in einer größeren Gruppe und ist eher auf sich alleingestellt. Hearthstone gibt dir als Streamer natürlich die Möglichkeit, viel zu reden und viel Quatsch zu machen und man ist dabei nicht so abgelenkt. Hearthstone hat Vor- und Nachteile beim Streamen. Da muss man auch schauen was man für ein Streamer-Typ ist, ob man eh viel redet oder sich auf gutes Gameplay konzentriert.

Quirin Anetseder: Hast du in Hearthstone irgendwas besonders lustiges erlebt, was du uns erzählen willst?

Basti: Ich glaube für die Zuschauer ist es immer am lustigsten, wenn ich das nicht so gut hinbekomme. Die großen Fails sind dann schon immer sehr erheiternd für die Leute die zuschauen. Für mich nicht (lacht). Ich ärgere mich zwar schon ein bisschen darüber, aber man muss auch mal über sich selber lachen können.

Quirin Anetseder: Da du es gerade angesprochen hast, was sind denn deine Schwächen in Hearthstone?

Basti: Ganz klar im Priesterdeck – Die Auchenai-Priesterin, die die Heilfähigkeit des Priesters in Schaden umkehrt. Als ich sie das erste mal im Deck ausprobiert habe, ist passiere es mir den ganzen Tag über, dass ich Heilige Nova ausgespielt hatte, um meine eigenen Einheiten zu heilen und sie stattdessen einfach getötet hab. Ich hab immer zu spät bemerkt ‚ach, da ist ja noch die Priesterin, verdammt‘ und hab die eigenen Einheiten deshalb selbst getötet. Oder ich hab mir selber Schaden zugefügt, weil ich mich heilen wollte.
Bis ich mal dran gewöhnt hab, hat das schon etwas gedauert. Das war schon ganz lustig. Eine weitere Schwäche ist, dass ich unter Zeit Druck komme, sobald die Lunte brennt. Da wird bei mir der Panik-Modus angeschaltet und schnell nochmal irgendwas ausgespielt. Da kann es schon passieren, dass ich oft die falschen Sachen ausspiele. In diesem Moment ist das zwar ärgerlich, aber hinterher lacht man dann mit den Leuten umso mehr darüber.
Es gab aber auch total geile Momente: In einem meiner wirklichen Lieblings-Highlights hab ich ein Priest vs. Priest Spiel gehabt und es stand 29 zu 1 gegen mich. Keiner, wirklich keiner, nicht einmal ich selbst hatte noch an mich geglaubt, dass ich das Spiel noch drehen könnte. Aber getreu dem Motto ’never surrender“ [niemals aufgeben], dachte ich mir ‚versuch es einfach mal, du hast ja noch eine minimale kleine Chance also nutze sie‘. Und am Ende habe ich das Spiel tatsächlich noch gedreht. Das war unglaublich. Daher kann ich euch nur den Rat geben, niemals aufgeben, immer bis zum Ende spielen, manchmal klappt’s.

Quirin Anetseder: Schaust du auch selber Live-Streams?

Basti: Ja und nein. Ja sehr gerne, aber ich guck halt relativ selten, weil ich sehr viel selber streame. Das ist so die Problematik. Ich würde selber gerne öfters schauen. Es gibt schon einige Streams, bei denen ich herrlich abschalten kann und lange kleben bleibe. Dann denk ich mir ‚ach scheiße, eigentlich wolltest du schon vor 3 stunden ins Bett gegangen sein und jetzt sitzt du immer noch und guckst‘.

Quirin Anetseder: Du hast ja erwähnt, du streamst manchmal auch mit befreundeten Streamer. Kannst du uns dazu vielleicht noch etwas zu erzählen.

Basti: Zusammen mit Coopy, einem meiner Twitch-Buddies von CoopY.tv habe ich das Stream Dream Team gegründet, mit dem Ziel einfach gute und sympathische Streamer zu versammeln, bei denen man sich sofort wie zuhause fühlt. Wo nicht rumgeflucht wird und die Streamer freundlich zu ihren Zuschauern sind. Es geht darum als Streamer an einem Strang ziehen, sich über Spiele auszutauschen, sich gegenseitig Tipps zu geben und einander zu unterstützen. Wenn einer von uns zum Beispiel offline geht, dann schicken wir die Zuschauer auch mal rüber zu den anderen Streamern. Das war so die eigentliche Idee dahinter. Im Moment sind wir jetzt zu viert, also Coopy, Emero, ich und Ducckling ist ganz neu dazugekommen. Wir sind eine kleine aber feine Community, die sich gegenseitig unterstützt und suppported. Und das ist so das Ziel der ganzen Sache.
Über Twitch und das Streamen habe ich mittlerweile viele Leute kennengelernt und mit ihnen manchmal auch in Dual-Streams zusammengespielt. Das ist für den Zuschauer auch ganz interessant ist, weil man hat dann die Möglichkeit, das Spiel aus zwei verschiedenen Perspektiven der Streamer zu beobachten. Das macht viel Spaß ist aber in letzter Zeit ein bisschen seltener geworden. Bei Hearthstone liegt es in der Natur der Sache, da geht’s halt nicht so gut. Und manche Spiele eigenen sich dafür halt einfach nicht.

„Ich war schon so einiges…“ – der Raketenforscher, Geheimagent, und Freizeit-Streamer Basti

Quirin Anetseder: Viele amerikanische Broadcaster streamen ja teilweise sogar hauptberuflich. Mit was verdienst du deine Brötchen?

Basti: Nicht mit Streamen. Um die Frage mach ich immer ein großes Geheimnis drum. Das ist so eine Art Running-Gag bei mir geworden. Ich werde nämlich ziemlich oft gefragt was arbeite und habe festgestellt, dass ich das ganz oft mehrmals am Tag erzählen muss. Mir macht es aber keinen Spaß, mich immer ständig so zu wiederholen. Deshalb bin dazu übergegangen, mir jedes mal eine andere Story auszudenken. Mittlerweile war ich glaub ich schon fast alles. Ach von Geheimagent, zu Raketenforscher, zu Pirat war schon alles dabei (lacht). Viele lustige Berufe sind jetzt nicht mehr übrig, die ich mir noch ausdenken muss.

Um die Frage noch zu beantworten, ich bin kein Streamer, der davon leben kann. Ich bin erst seit ein paar Monaten Partner bei Twitch und hab noch nicht wirklich viel Geld mit Twitch verdient. Ich bin aber auch keiner, der das so forciert und damit unbedingt Geld machen will. Mir geht’s darum Spaß zu haben, und den Leuten Spaß zu bereiten. Das ist so mein Ziel, und nicht irgendwie Geld damit zu scheffeln.

„Macht euer eigenes Ding!“

Quirin Anetseder: Man braucht da auch gar nicht mit der Idee reingehen, ich fang jetzt nen Twitch-Stream an und werde im Nu ein erfolgreicher Streamer.

Basti: Genau, Streamen ist was für euch, wenn ihr Spaß an Interaktion mit Leuten und Spaß am Spielen habt. Ich glaube das ist das Geheimnis dahinter. Spaß an Interaktion zu haben und auch Spaß dran zu haben, sich auch mal verarschen zu lassen ist wichtig. Man muss auch ein bisschen mitlachen können. Man sollte nicht immer den Anspruch haben, der Beste zu sein, sondern einfach man selbst sein. Das kann ich nur jedem empfehlen, der mal vorhat zu streamen. Mach dein eigenes Ding!

Es gibt auch bei den Let’s Playern ganz Große, die Rockstars, wie ich immer dazu sage. Viele denken, man sitzt ja nur da und zockt einfach nur (lacht). Nach dem Motto: ‚Das kann ich auch‘. Gerade wenn ihr euch viele kleine Let’s Play Kanäle anguckt, fällt euch aber auf – die hören sich alle an wie Gronkh. Die versuchen alle so zu sprechen und dasselbe auf die gleiche Art zu machen. Und das ist dann irgendwie nicht mehr lustig.

Quirin Anetseder: Hast du dir irgendwelche Ziele gesteckt für deinen Stream?

Basti: Ja, auf jeden Fall. Dieses Jahr habe ich schon ganz viele Ziele abgearbeitet, wie etwa das Gamescom-Viewer-Treffen, bei dem ich ein paar Leute dann einfach mal persönlich kennenlernen konnte, die mich im Stream begleiten. Das war eben so ein Meilenstein für mich.

Die nächste Idee, die ich bestimmt schon ein Jahr mit mir herumtrage, wird ein Stream sein, bei dem es nicht um Videospiele geht, sondern ein Brettspiel-Stream. Dafür habe ich mir ganz viel Equipment besorgt und mir ein paar Gäste eingeladen, um dann ganz ordinär, wie man es früher gemacht hat, gemeinsam am Couchtisch sitzen und die Würfeln fallen lassen.

Quirin Anetseder: Das hört sich ziemlich gut an. Hast du da dann auch nebenbei wieder einen Twitch-Chat laufen, bei dem sich die Zuschauer mit dir unterhalten können?

Basti: Ja das wird ganz normal im Stream laufen. Es werden alle zugucken können und sich auch beteiligen können, wenn wir das Brettspiel „Zombies!!!“ spielen. Wir versuchen natürlich auch, irgendwie die ganzen Fragen zu beantworten und so mit dem Chat das halt auch gemeinsam zu spielen. Ich glaub sowas gab es auch noch nicht auf Twitch. Da bin ich dann der erste, der das mal macht. (lacht)

Ich glaub das wird ein ganz großer Spaß. Wenn man heutzutage Videospiele spielt, dann spielt meist online mit andern Leuten und unterhält sich mit ihnen übers Teamspeak. Vor kurzem habe ich mit einem Freund zuhause wieder einmal ein Koop-Spiel zusammen im Splitscreen gespielt. Wie früher halt. Ich sag euch, was das für nen Spaß macht, wenn der Kumpel einen mal anschießt, nicht nur mit dem zu schimpfen, sondern dem so wirklich mal eine auf den Arm buffen zu können (lacht). Die Reaktionen auf das Spiel in seinem Gesicht zu sehen, wie er sich ärgert oder freut. Als Ziel hab ich mir gesteckt, sowas öfter mal zu machen im Stream und da mal hinzukommen. Dass ich auch mal mit Leuten direkt nebeneinander sitzen kann und um gemeinsam zu spielen und nicht nur auf einer virtuellen Schiene.

Quirin Anetseder: Das find ich mal eine richtig coole Idee. Mal ein etwas anderer Stream. Da bin ich schon gespannt wie das bei dir läuft.

Basti: Ja, ich auch. Hearthstone ist ja ein Kartenspiel, das viele vielleicht in einer anderen Form schon kennen wie Magic früher auch auf dem Schulhof oder Pokemon-Karten tauschen. Aber die meisten haben glaub ich tatsächlich mal in ihrem Leben mit ‚Mensch ärgere dich nicht‘ angefangen oder mit irgendwelchen ganz normalen Würfelspielen. Ich glaube, wenn man an so etwas Spaß hatte als Kind, hat man auch irgendwann an Videospielen Spaß. Und irgendwann kommt man dann auch wieder auf diese Art von Spielen zurück. Ich denke diesen Bogen zu spannen, und ein Brettspiel dann auf Twitch zu streamen wird sicher ganz witzig, ja.

[Der Brettspiel-Abend fand übrigens schon statt. Eine Aufzeichnung des lustigen Brettspielabends des Norddeutschen Jungen auf Twitch findet ihr auf seinem Youtube-Kanal oder direkt bei Twitch unter der den Highlights.]

Quirin Anetseder: Bist du auch noch auf anderen Plattformen unterwegs außer Twitch?

Basti: Natürlich, ich bin auch auf Facebook und Twitter unterwegs. Und es gibt jetzt relativ neu einen Web-Blog namens zockbock.de den ich gerade dabei bin aufzubauen. Darauf möchte ich Spiele vorstellen, die ich angestreamt habe und ein wenig darüber schreiben. Aber ich plaudere in meinen Beiträgen auch ganz viel aus dem Nähkästchen. Etwa über die Twitch-Partnerschaft, das was mich selber so bewegt, über meine Art zu spielen und über meinen Umgang mit Games im Allgemeinen. Auf dem Web-Blog gibt es auch schon einige Beiträge, wie ich etwa zum Gaming gekommen bin und was ich über Early-Access-Games denke. Ab und zu gibt’s aber auch einen kleinen Schwank aus meiner Jugend (lacht). Alles Mögliche eben, was mich so bewegt.

Quirin Anetseder: Zu welchen Zeiten bist du denn mit deinen Live-Streams auf Twitch unterwegs?

Basti: Das ist unterschiedlich, weil… naja komm wir wieder zu der Sache mit dem Job (lacht) – soviel sei verraten, ich arbeite im Schichtdienst und habe deshalb unterschiedliche Streamzeiten, je nach dem wie ich arbeite. Dementsprechend streame ich manchmal vormittags, nachmittags oder am Abend. Die Streamzeiten für die laufende Woche gebe ich immer auf meiner Seite zockbock.de bekannt. Und ansonsten kann ich sagen, wenn es euch interessiert einfach reinschalten und einen Follow da lassen, dann seht ihr immer wenn ich online bin. Das ist das einfachste.

Quirin Anetseder: Sieht man das dann immer, wenn man auf Twitch auf irgendeinen Kanal oder eine Liste geht, wer alles online ist?

Basti: Ja genau. Wenn man bei Twitch eingeloggt ist gibt es auf der linken Seite einen Reiter, der einem alle Kanäle anzeigt, denen man folgt. Dort seht ihr, wenn euer Lieblingskanal oder vielleicht auch ein Kanal, den ihr nicht so mögt und über den ihr euch furchtbar gerne aufregt, online ist (lacht).

Quirin Anetseder: Okay. Danke dir für das Interview Basti. Hast du noch irgendwelche letzten Worte, die du unseren Lesern mit auf den Weg geben willst?

Basti: Die berühmten letzten Worte. Ja, habt weiterhin viel Spaß am zocken.

Falls ihr jetzt Lust bekommen haben solltet, dem Stream des Norddeutschen Jungen Basti beizuwohnen, schaut einfach auf seinem Twitch-Kanal vorbei oder werft einen Blick auf seine Hompage zockbock.de. In unserer Umfrage, die ihr weiter unten findet, könnt ihr uns mitteilen, wie ihr zu Live-Streams auf Twitch steht.

via buffed.de

interview mit buffed.de

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